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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Thüringen

10.01.2008
Verbraucher können gegensteuern

Zum Jahreswechsel wurden die Verbraucher zum wiederholten Mal mit einer ganzen Reihe von Teuerungen und Preiserhöhungen zur Kasse gebeten. Das betrifft vor allem Strom, Gas, Benzin und Krankenkassenbeiträge. Die Verbraucherzentrale Thüringen ruft die Verbraucher auf, das nicht einfach hinzunehmen. „Verbraucher müssen drastische Verteuerungen nicht schlucken, sondern können entweder durch Anbieterwechsel oder verschiedene Einsparmaßnahmen reagieren, die Verbraucherzentrale ist hierbei behilflich“, so Geschäftsführer Dr. Ralph Walther. „Wenn die Anbieter keine Reaktion der Verbraucher spüren, drehen sie weiter an der Preisschraube“.

Strompreiserhöhungen
Wer Energie spart, reduziert Kosten.
Leerlaufverluste, energieintensive Haushaltsgeräte, schlecht geregelte Heizungsanlagen und bauliche Mängel belasten spürbar den Geldbeutel. Deshalb: eigenen Stromverbrauch regelmäßig und kritisch unter die Lupe nehmen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen hilft, unnötige Stromfresser im Haushalt aufzuspüren und geeignete Maßnahmen durchzuführen. Beratungsstandorte und Stützpunkte der Energieberatung findet man im Internet unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.
Den Stromanbieter wechseln und sparen.
Das geht einfacher als viele Verbraucher denken. Wechselkosten gibt es ebenso wenig, wie das Risiko, nach dem Wechsel ohne Strom dazustehen. Ihre Verbraucherzentrale steht dabei zur Seite. Hier gibt es Informationen zum Stromanbieterwechsel und Unterstützung, wenn das Kleingedruckte in den Angeboten und Tarifen unverständlich ist. Genau hinschauen sollte man bei Produkten mit Vorkasse.
Verträge unter die Lupe nehmen.
Geprüft werden sollte, ob eine korrekte Preisanpassungsklausel enthalten ist. In ihr muss transparent geregelt sein, unter welchen Voraussetzungen der Stromanbieter den Preis erhöhen darf. Fehlt diese Klausel oder ist sie nicht korrekt, können Verbraucher den alten Preis weiter zahlen. Rechtliche Beratung dazu gibt es in allen Verbraucherberatungsstellen.

Gaspreiserhöhungen
Die eingesparte Kilowattstunde ist die billigste.
Auch hier hilft es, den Verbrauch regelmäßig zu kontrollieren und zu bewerten. Die Energieberater der Verbraucherzentrale Thüringen kennen die häufigsten Schwachstellen der verschiedenen Heizungsanlagen und wissen geeignete Gegenmaßnahmen.
Tarif überprüfen.
Gaskunden sollten prüfen, ob nicht der eigene Versorger einen günstigeren Tarif anbietet. In einigen Gebieten Thüringens kann auch schon der Versorger gewechselt werden. Ob man dadurch jedoch tatsächlich spart, muss konkret geprüft werden.
Preiserhöhungsklausel in Gasverträgen überprüfen.
Auch in Gasverträgen fehlt es nach Erfahrungen der Thüringer Verbraucherschützer oft an korrekten Preiserhöhungsklauseln. Teuerungen fehlt somit die Rechtsgrundlage. Wer seine Gasverträge überprüfen lassen möchte, kann sich an seine örtliche Verbraucherberatungsstelle wenden.

Krankenkassenbeiträge
Bei Beitragssatzerhöhungen Sonderkündigungsrecht nutzen.
Relativ unbemerkt haben viele Krankenkassen zum Jahreswechsel ihre Beiträge erhöht. Dazu gehören auch mitgliederstarke Kassen, wie die Techniker Krankenkasse, IKK direkt, Securvita BKK, mhplus BKK, oder BKK VBU. Insgesamt betraf es nach Kenntnis der Verbraucherzentrale mindestens 12 Kassen, die auch für Thüringen geöffnet sind. Einige wenige Kassen senkten den Beitragssatz, darunter im Zuge der Fusion die ehemalige AOK Thüringen, jetzt AOK plus. Bei Beitragssatzerhöhungen haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Das kann innerhalb von zwei Monaten nach der Beitragserhöhung ausgeübt werden. Versicherte in Thüringen können unter 85 Kassen wählen, die Beitragssatzspanne reicht dabei zur Zeit von 11,8 bis 16,0%. Thüringens Verbraucherschützer halten hierzu Übersichten bereit. Zu den Wechselmodalitäten, sowie zur Auswahl einer neuen Kasse erhalten Versicherte Beratung bei der Beratungsstelle Erfurt der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Benzinpreiserhöhungen
Über Alternativen nachdenken.
Gegen höhere Benzinpreise kann man nur begrenzt etwas ausrichten. Allerdings werden nach Meinung der Verbraucherzentrale durchaus praktikable Alternativen, wie Fahrgemeinschaften, Mitfahrzentralen (meist per Internet) oder Car Sharing noch zuwenig genutzt. Auch über andere Treibstoffe, wie Erdgas oder Autogas (Flüssiggas) lohnt es sich nachzudenken. Hier heißt es genau rechnen, vielfach amortisieren sich jedoch Umrüstung bzw. Mehrkosten beim Neukauf. Bei Überlegungen zu Neuanschaffungen sollte auch der Kraftstoffverbrauch stärker ins Gewicht fallen.



Für weitere Informationen:

Dr.Ralph Walther
Tel.(0361)555140
r.walther@zth.de






Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.86/link410281A.html