Auch dieser Juli lag mit seinen Temperaturen wieder über den langjährigen Mittelwerten. Es wird wärmer in Deutschland und immer mehr Menschen leiden unter der Hitze. Schnell kommt da der Wunsch nach einem Klimagerät für die Wohnung auf – möglichst preiswert und effektiv sollte es sein.
Ein Testbericht in der Juni-Ausgabe der Stiftung Warentest zeigt, dass die Klimageräte das Hitzeproblem in vielen Wohnungen nicht sinnvoll lösen können. Es gibt einige Punkte zu beachten, damit man sich nicht ein kostenträchtiges und lautstarkes Gerät ins Zimmer stellt, das statt der erhofften Abkühlung allenfalls ein schwüles Raumklima erzeugt:
Zweiteilige Splitgeräte erbringen eine bessere Kühlleistung als einteilige Monoblockgeräte, bei denen die Raumwärme über einen Schlauch zum Fenster hinausgepustet wird. Allerdings kommt über das zwangsläufig geöffnete Fenster auch wieder warme Luft in den Raum zurück. Zudem verursachen die Kompressoren und Ventilatoren Geräusche von 50 bis 60 Dezibel. Das ist etwa so laut wie ein Fernseher auf Zimmerlautstärke. Will man verstehen, was im Fernsehen oder Radio gesagt wird, muss der Ton entsprechend lauter gestellt werden. In Schlafzimmern sollten Splitgeräte zum Einsatz kommen. Deren laute Kompressoren sitzen außen an der Wand oder auf dem Balkon, stören dort möglicherweise aber den Nachbarn. Die Wärme wird über Kühlmittelschläuche durch ein Loch in der Wand abgeführt. Als Mieter sollte man sich die Installation eines Splitgerätes unbedingt vor dem Kauf vom Vermieter schriftlich genehmigen lassen. Einbau, Wartung und Instandsetzung dürfen im Übrigen nur durch zertifizierte Unternehmen erfolgen. Die Kosten für einen normalen Anschluss belaufen sich auf 150 bis 230 Euro, Wanddurchbrüche oder aufwändige Montagearbeiten an der Fassade kosten zusätzlich.
Vor dem Kauf eines Klimagerätes muss unbedingt der Kühlbedarf der Räume berechnet werden, um das passende Gerät auswählen zu können. Die üblichen 2.000 bis 3.000 Watt Kühlleistung von Monoblockgeräten senken bei einem unverschatteten Raum von ca. 30 Quadratmetern die Temperatur um maximal 3 Grad. Es sind auch mobile Geräte mit höheren Leistungen erhältlich, deren Preis geht allerdings rasch in den vierstelligen Euro-Bereich. Abkühlungen um mehr als 10 Grad lassen sich in einem mittelgroßen Raum nur mit Splitgeräten erreichen. Und alle diese Geräte arbeiten mit teurem Strom! Genauso wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen sollte man daher beim Kauf auf das Energieetikett achten und überhaupt nur die Effizienzklasse A akzeptieren. Bei guten Splitgeräten liegt die Leistungsaufnahme im Standby bei immerhin 7 bis 8 Watt. Die Geräte sollten sich deshalb mit einem Netzschalter tatsächlich abschalten lassen. Sonst läuft noch außerhalb der Saison der Stromzähler weiter.
Fazit: Intelligenter Hitzeschutz sieht meist anders aus. Wie man ohne elektrischen Strom die Temperatur in der Wohnung in Grenzen hält, verraten die Energieberater der Verbraucherzentrale Thüringen. Aber natürlich beraten Sie auch Verbraucher bei der Entscheidung für ein geeignetes, ausreichend dimensioniertes Klimagerät. Energieberatungsstellen gibt es überall im Freistaat, eine telefonische Voranmeldung über das zentrale Telefon 0361 / 55 51 40 ist erforderlich.
Für weitere Informationen:
Ramona Siefke
Tel. (0361) 555140
r.siefke@vzth.de
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

