„Die Sprit-Spar-Card legen Sie einfach in das Handschuhfach oder in die Ablage unter dem Armaturenbrett. Der kleine Chip kommt in den Tankeinfüllstutzen - fertig! Ohne Wartungsarbeiten, ohne Verschleißerscheinungen und ohne Folgekosten kann jetzt Kraftstoff gespart werden“. Die Karte funktioniert selbstverständlich auch in der Ölheizung zu Hause.
Möglich machen das angebliche im Hologramm der Sprit-Spar-Card programmierte Frequenzen, die bis in den Tank wirken und dort die Eigenfrequenz des Kraftstoffes verändern und dadurch neben anderem den Brennwert erhöhen. Wahlweise werden auch Casimireffekt, HFT-Technologie oder die Oberflächenspannung zur Erklärung herangezogen. Aber keine Angst, niemand muss nun studieren, um den Ausführungen der Anbieter folgen zu können: Es reicht, den gesunden Menschenverstand zu Rate zu ziehen. Wie kommt es, dass eine solche Karte bei all den verschiedenen Kraftstoffarten gleichermaßen funktioniert? Und warum wohl sollte sich jemand die Mühe machen, diese Spar-Card auf Werbeverkaufs-veranstaltungen mühsam unter die Leute zu bringen, wenn die Energiewirtschaft, die Automobil- und Heizungsindustrie für ein solches Patent Millionen hinlegen würde? Vermutlich weil man dann endlich einmal überprüfbare Nachweise für die Wirksamkeit vorlegen müsste.
Kraftstoffverbrauchs- sowie Abgasmessungen müssen entsprechend den geltenden EU-Richtlinien 80/1268/EWG bzw. 70/220/EWG in der jeweils aktuellen Fassung auf dafür zugelassenen Prüfständen und nach dem vorgeschriebenen Prüfzyklus NEFZ erfolgen. Nach ADAC-Recherchen wurde dieser Nachweis bisher noch für kein einziges Spritsparmittel erbracht, weder für die Sprit-Spar-Card, noch für Magnete auf der Kraftstoffleitung, Ionisatoren usw. Eine Auswahl der fragwürdigen Wundermittel finden Sie auf den Internetseiten des ADAC. Dort gibt es auch realistische Tipps, wie Sie wirklich sparen können.
Der Vorschlag der Verbraucherzentrale Thüringen: Kaufen Sie sich statt der Sprit-Spar-Card ein gutes Fahrrad und erledigen Sie kleine Wege damit. Zum Spareffekt kommt dann sogar noch ein positiver Gesundheitseffekt.
Besitzer von Ölheizungen können sich von den Fachingenieuren der Verbraucherzentrale individuell und unabhängig beraten lassen. Zur besseren Ausnutzung des Energiegehaltes von Heizöl empfehlen die im Zweifelsfall die bewährte Brennwerttechnik.
Weitere Informationen für Redaktionen:
Seit 30 Jahren begleitet die Energieberatung der Verbraucherzentralen den Verbraucher in eine energiebewusste Zukunft. Die rund 250 Energieberater der Verbraucherzentralen sind spezialisierte Architekten, Ingenieure und Physiker. Die Beratungsschwerpunkte reichen vom Stromsparen über Wärmedämmung und Heiztechnik bis hin zu erneuerbaren Energien. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist anbieterunabhängig und neutral. Sie ist ausschließlich den Verbraucherinteressen verpflichtet. Das wird durch die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium garantiert.
Für Rückfragen und nähere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Ramona Siefke
Tel. (0361) 555140
r.siefke@vzth.de
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

