"Das Ergebnis des Marktchecks bestätigt unsere Erfahrungen: das Angebot an besonders energieeffizienten Geräten ist zur Zeit noch völlig unzureichend", sagte Ramona Siefke, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen e.V.
Der Marktcheck nahm zwischen 10. und 30. November bundesweit in 869 Geschäften, davon 33 in Thüringen, die Präsentation von Kühlschränken, Kühl-Gefrierkombinationen und Wäschetrocknern unter die Lupe. Alle drei Produktarten müssen über das Energieverbrauchsetikett den Stromverbrauch ausweisen. Zudem wurde untersucht, ob die Hersteller von Flachbildschirmen, Notebooks und DVD-Rekordern freiwillig Angaben zum Stromverbrauch ihrer Produkte machen. In einem weiteren Schritt ließen sich Testkäufer über den Energieverbrauch von Flachbildfernsehern sowie von Espressomaschinen beraten. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Noch immer finden sich viel zu wenig Kühlschränke und Kühl-Gefrierkombinationen mit der besonders sparsamen Energieklasse "A++" im Sortiment von Kaufhäusern, Elektronikmärkten und Fachgeschäften. So trugen in Thüringen nur 5,3 Prozent der begutachteten Kühl-Gefrierkombinationen den Energiehinweis der besten Klasse; bei Wäschetrocknern der Klasse A waren es nur 10,1 Prozent. "Das Angebot wird noch immer von Modellen mit relativ ungünstiger Energieeffizienz dominiert", sagte Siefke. "Die Geräte mit den günstigsten Verbrauchswerten werden nur selten besonders auffällig platziert oder als Sonderangebote herausgestellt." Bei den zu Weihnachten besonders stark beworbenen Flachbildfernsehern wiesen mit 41,7 Prozent der in den Geschäften ausgestellten Geräte weniger als die Hälfte den Energieverbrauch aus, und das auch nur, weil viele Fachmärkte selbst auf den Preisschildern angaben, wieviel Strom die Geräte im Betrieb und im Stand-By-Modus verbrauchen. Bei Notebooks fanden sich bei 21,6 Prozent der Geräte Hinweise zum Energieverbrauch – unter anderem durch das Energy-Star-Label. Bei DVD-Rekordern scheint Energie dagegen kein Thema zu sein: Nur bei 0,4 Prozent der ausgestellten Geräte gab es irgendwelche Hinweise. "Auch bei der Unterhaltungselektronik müssen deutlich mehr Geräte mit niedrigem Energieverbrauch ins Sortiment", fordert Siefke. "Zudem muss das Verkaufspersonal besser geschult werden, um über den Energieverbrauch und die Betriebskosten der Geräte informieren zu können. Derzeit ist es reiner Zufall, ob man als Kunde an einen engagierten, interessierten Berater gerät, der zu verschiedenen Aspekten des Themas Energie gut informieren kann, oder an einen lustlosen, schlecht informierten Verkäufer, der bei dem Thema offensichtlich überfordert ist und die Energiediskussion im Grunde für überflüssig oder zumindest übertrieben hält", so Siefke. Defizite im Verkaufsgespräch ergaben sich auch bei Testkäufen von Espressomaschinen. Auf die Frage, wie viel Strom das angebotene Modell verbrauche, konnten immerhin 58,5 Prozent der befragten Verkaufskräfte eine Antwort geben. Auf die Nachfrage, was das Gerät im Gebrauch kostet, wussten jedoch nur noch 14,6 Prozent eine Antwort. Mit Beginn des neuen Jahres zeichnet das Umweltzeichen "Blauer Engel" besonders energiesparende und klimafreundliche Waren und Dienstleistungen aus. Zu den ersten Produktgruppen, die das bekannte Umweltzeichen ab 2009 tragen werden, sollen neben Kühlschränken und Waschmaschinen auch Fernsehgeräte und Espressomaschinen gehören.
Details der Studie finden Sie auf der Internetseite des Bundesverbandes
http://www.vzbv.de. Für weitere Informationen:
Ramona Siefke, Referatsleiterin Energie, Bauen, Nachhaltigkeit
Tel. 0361 55514-0
r.siefke@vzth.de
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