Fruchtzucker, auch Fructose genannt, kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse vor. Und so halten ihn viele Verbraucher für gesund und bevorzugen Lebensmittel, die damit anstelle des üblichen Haushaltszuckers gesüßt wurden. Gerade bei süßen Getränken, in Joghurts, Milchprodukten, Eis, Süßwaren und Konserven verwendet die Lebensmittelindustrie zunehmend Fruchtzucker und bewirbt das auch mit Aussagen wie "mit der Süße aus Früchten" oder "ohne Kristallzucker". "Das ist nicht unproblematisch, denn ein großer Teil der Bevölkerung hat ein spezielles Problem mit dem Fruchtzucker. Diese Menschen leiden, oft auch ohne es zu wissen, an einer Fruktosemalabsorption", warnt Ernährungsexpertin Petra Müller von der Verbraucherzentrale Thüringen. Das äußert sich ähnlich wie ein Reizdarmsyndrom mit Schmerzen im Unterbauch, Blähungen und Diarrhöen. Auch Schwindel, Übelkeit, Hitzewallungen, Schwitzen und Kopfschmerzen können zum Krankheitsbild gehören, ebenso eine depressive Verstimmung und ein Heißhunger auf Süßes. Diese Lebensmittelunverträglichkeit lässt sich mit einem Atemtest nachweisen. Und sie empfiehlt: "Verbraucher mit diesen Symptomen sollten nicht auf Obst, sondern auf zugesetzten Fruchtzucker in verarbeiteten Lebensmitteln verzichten." Kleine Mengen Fruchtzucker im Obst werden dagegen in der Regel gut vertragen, insbesondere, wenn der Magen nicht ganz leer ist. Ob in verarbeiteten Lebensmitteln Fruchtzucker verwendet wurde, erkennt man in der Auflistung der verwendeten Zutaten in der Zutatenliste auf dem Etikett. Dort findet man dann die Begriffe Fruktose-Glukosesirup oder Glukose-Fruktosesirup, je nachdem, welcher Zuckeranteil in der eingesetzten Zuckerlösung überwiegt.
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Petra Müller
Tel. 0361 55514-0
p.mueller@vzth.de
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