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Beratungsstellen

Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Thüringen

07.02.2011
Lebensmittel "ohne Zusatzstoffe" - Verwirrspiel auf den Etiketten
Ausstellung der Verbraucherzentrale Thüringen klärt auf

Beratung und Information am 9. und 10. Februar 2011 von 10 bis 17 Uhr, Erfurt/ vor Anger 1 im Infomobil der Verbraucherzentrale Thüringen

Wer auf Zusatzstoffe wie z.B. Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe verzichten will, freut sich zunächst über eine deutliche Information auf dem Etikett. Doch werden die Erwartungen tatsächlich erfüllt? Sind die Rezepturen der Hersteller nun hochwertiger, weil sie betonen, auf einen oder mehrere Stoffe zu verzichten? Oder werden sie gegebenenfalls nur durch andere "unverdächtige" Stoffe ersetzt? Eine Ausstellung und ein Faltblatt der Verbraucherzentrale Thüringen decken auf, was hinter den viel versprechenden Aussagen steckt und was Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf beachten sollten.

Hintergrund:


Wenn Lebensmittelhersteller damit werben, dass ihre Produkte ohne Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe auskommen, so ist das meist Augenwischerei. Zu diesem Ergebnis kamen die Verbraucherzentralen nach einer Überprüfung von Produkten aus verschiedenen Lebensmittelgruppen. Nicht jeder deklarierte Verzicht auf Zusatzstoffe ist ein wirklicher Verzicht. Bei vielen Produkten werden die Stoffe einfach durch andere Zutaten ersetzt, die eine ähnliche Wirkung haben, jedoch nicht als Zusatzstoffe gekennzeichnet werden müssen. Die Verbraucherzentralen fanden bspw. heraus, dass bei etlichen Produkten, die laut Verpackungsangabe auf Geschmacksverstärker wie Glutamat verzichten, andere geschmacksverstärkende Zutaten, wie bspw. Hefeextrakte verwendet werden. Doch Hefeextrakte enthalten ebenfalls Glutamat, was jedoch nicht ausdrücklich gekennzeichnet werden muss. Fazit: Eine höhere Qualität bei Lebensmitteln, die explizit auf die Nichtverwendung von Zusatzstoffen hinweisen, ist kaum erkennbar. Das derzeitige Kennzeichnungswirrwarr trägt eher dazu bei, Verbrauchern beim Lebensmittelkauf eine falsche Verlässlichkeit vorzugaukeln. Schluss mit den Mogeleien, klare rechtliche Regelungen für Kennzeichnungen auf Etiketten, fordern deshalb die Verbraucherzentralen.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.86/link841381A.html