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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Thüringen

11.08.2011
Kennen Sie den Unterschied zwischen Rapsöl und Rapskernöl?

Die Verbraucherzentrale Thüringen informiert

Jeder kennt sie, die leuchtend gelben Rapsfelder, die im Frühsommer ihren starken Duft verbreiten. Schon seit vielen Jahren wird Raps auch in Deutsch-land großflächig angebaut, um das goldgelbe Öl zu gewinnen.

Diente Rapsöl früher aufgrund der gesundheitsschädlichen Erucasäure aus-schließlich zur Kraftstoffgewinnung, so findet es seit den achtziger Jahren durch die Züchtung neuer Erucasäure-freier Sorten immer mehr Verwendung in der Küche. So soll es auch sein, denn das Rapsöl liefert, neben wertvollen Vitaminen, ein sehr günstiges Verhältnis der essentiellen Omega 3- zur Omega 6-Fettsäure.

Kaltgepresstes Rapsöl, wird durch das Pressen der schwarzen Rapssamen gewonnen. Es hat einen kräftigen, würzigen, nussigen Geschmack. Um die ganzen Samen kalt pressen zu können (max. 40°C), ist während des Prozes-ses eine Kühlung mittels Wasser nötig, da durch die Reibung unerwünschte Wärme frei wird. Der Vorteil ist, dass durch die niedrige Temperatur die wert-vollen Vitamine (z.B. Vitamin A und E) weitgehend erhalten bleiben. Verwen-dung sollte dieses Öl eher in kalten Speisen finden. Zwar liegt der Rauchpunkt von kaltgepresstem Rapsöl mit 130 bis 190°C recht hoch, doch finden schon bei Temperaturen um 140°C Zersetzungsprozesse der Fettbegleitstoffe statt, bei denen unerwünschte und zum Teil gesundheitsschädigende Nebenpro-dukte entstehen.

Raffiniertes Rapsöl (gekennzeichnet "Rapsöl") wird durch Heißpressung ge-wonnen, bei der eine Erhitzung auf 70-90°C stattfindet und bei der anschlie-ßenden Raffination (Entfernung unerwünschter Stoffe) sogar bis 140°C. Dabei geht leider ein Teil der Vitamine verloren. Dass beim raffinierten Öl Geruchs-, Farb- und Geschmacksstoffe entfernt wurden, empfinden einige Verbraucher als Vorteil. Außerdem ist es gut zum Kochen, Braten und Backen geeignet, da es bis zu 220°C erhitzt werden kann.

Bei Rapskernöl handelt es sich wieder um ein kaltgepresstes Öl. Im Unter-schied zu den vorher beschriebenen Ölen, wird bei diesem vor dem Pressen die dunkle Samenschale entfernt, sodass nur der gelbe Kern ausgepresst wird. Hierbei ist in diesem Fall keine Kühlung nötig, da aufgrund der fehlenden Schale eine geringere Reibung stattfindet und folglich weniger Wärme frei wird. Als weiterer Vorteil wird außerdem betont, dass unerwünschte Schalen-inhaltsstoffe (z.B. Bitterstoffe), nicht enthalten sind, was den besonderen Ge-schmack, der als vollmundig, mild und nussig beschrieben wird, ausmachen soll.

Es bringen scheinbar alle 3 Herstellungsmethoden ihre Vorteile mit sich, wo-durch es eine individuelle Entscheidung bleibt, welches dieser Öle das beste ist. Wer die volle Kostbarkeit und den typischen Geschmack des Öles genie-ßen möchte, greift zum kaltgepressten Rapsöl. Soll es weniger würzig schme-ckend, dennoch vitaminhaltig und von kräftig gelber Farbe sein, bietet sich das Rapskernöl an. Und soll es vor allem zum Garen und Backen dienen, scheint das raffinierte Rapsöl die beste Wahl zu sein.

Für weitere Informationen:
Vera Schrodi, Fachberaterin Ernährung
Tel. 0361 55514-54
v.schrodi@vzth.de


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Thüringen e.V.,Eugen-Richter-Straße 45, 99085 Erfurt
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.86/link918231A.html